Oberpfaffenhofen und drumherum

Frühjahr 2018 wird eröffnet

Wurde Anfang 2018 eröffnet

Testeten schon mal die Bettenqualität

Von links Klaus Kluth, Markus Lehnert (Marriot Europa), Dr. Bernd Schulte-Middelich und Ekkehart Fabian sowie der künftige Hoteldirektor Arnulf Daxer, der es ich im Bett des Musterzimmers bequem gemacht hat.

Eine gute Entscheidung

Gilching (Juli 2017) – Seit Jahrzehnten wird versucht, im westlichen Landkreis ein adäquates Hotel zu positionieren. Alle Ideen scheiterten. Der Hartnäckigkeit der ASTO-Geschäftsführer ist es nun zu verdanken, dass angrenzend an den Forschungsflughafen Oberpfaffenhofen die Marriott-Gruppe ein Flughafen- und Business-Hotel eröffnet.

Zuletzt scheiterte Projektentwickler Franz Xaver Erlacher vor etwa acht Jahren, einen Beherbergungsbetrieb am Eingang des Gewerbeparks Gilching Süd anzusiedeln. Der Bedarf war da. Doch weltweit agierende Hotelketten bezweifelten die Rentabilität. Gleiche Bedenken hegten anfangs auch die amerikanischen Chefs der Marriott-Gruppe. „Wer kennt schon Oberpfaffenhofen“, habe man ihm wenig Aussichten auf Erfolg eingeräumt, erzählte ASTO-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich am Donnerstag beim Richtfest des 174-Zimmer-Hotels. Ja, wenn da nicht plötzlich eine Geschichte aus dem Archiv aufgetaucht wäre, dass zum Umdenken führte. „Eine Recherche hat ergeben, dass die Schauspieler James Steward und Walter Matthau als Kampfpiloten während des zweiten Weltkriegs Oberpfaffenhofen bombardierten. Da sagte ein Entscheidungsträger, wenn wir dort schon mal Bomben abgeworfen haben, dann können wir bei Oberpfaffenhofen auch ein Hotel bauen“, erzählte Schulte-Middelich. Mittlerweile habe man die Bedeutung des Standortes erkannt und hege auch keine Zweifel mehr daran, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, räumte der künftige Betreiber Klaus Kluth von Bierwirth und Kluth ein. „Als die Idee mit dem Hotel aufkam, hat nicht jeder gleich Hurra geschrien. Es war wirklich schwierig, den Amerikanern Oberpfaffenhofen zu verkaufen. Doch die Nachfrage ist jetzt schon so groß, dass wir überzeugt sind, dass es ein Erfolg wird.“ Kluth lobte insbesondere den Weitblick von Schulte Middelich und Partner Ekkehard Fabian, ohne deren Hartnäckigkeit nichts aus dem Deal geworden wäre. Schulte-Middelich wiederum konterte, dass das Hotel dem internationalen Standort „infrastrukturell die Krone aufsetzt“. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem Landrat Karl Roth, Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter, Gilchings Bürgermeister Manfred Walter, Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, DLR-Chef Dr. Reinhold Busen und Staatssekretär Franz Josef Pschierer. Eröffnet wird das sechsstöckige Hotel mit Bar, Restaurant, ein Konferenz- und ein Wellness-Bereich im April 2018. Auf dem Dach wird außerdem unter einer Glaskuppel eine Lasermessstation zu Forschungs- und Testzwecken eingerichtet. Die Energie liefert das angrenzende Blockheizkraftwerk. Die Investitionssumme gab Schulte-Middelich mit 22 Millionen Euro an. Gilchings Rathauschef Manfred Walter, auf dessen Flur das Hotel liegt, meinte angesichts der Größe des Hotels: „Die Erfolgsgeschichte von ASTO geht buchstäblich durch die Decke. Hier entsteht das höchste Gebäude der Gemeinde. Unsere Feuerwehr hat zwar gehofft, dass es zwei Stockwerke höher wird, denn dann hätten die Wehren alle neue Drehleiter gebraucht und auch bekommen.“ Uli Singer

MARRIOTT-HOTEL

Bernd Schulte-Middelich (links) ....

und Klaus Kluth vom Hotelmanagement „Bierwirth & Kluth“ beim Unterschreiben des Vertrages

Nach Jahren vergeblicher Versuche, rund um den Forschungsstandort Oberpfaffenhofen ein Business-Hotel zu etablieren, soll laut ASTO-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich die Marriott-Kette eine Zusage erteilt haben. Eröffnung der Marke „Courtyard by Marriott“ ist für 2017 geplant.
Das Gewerbegebiet entlang der Friedrichshafener Straße hat sich für die Region zu einem lukrativen und international geschätzten Standort entwickelt. Eins der erfolgreichen Projekte ist der ASTO Park. Als Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich erstmals von seiner Vision erzählte, dort einen High-Tech-Standort vorrangig für die Sparte Luft- und Raumfahrt zu entwickeln, schenkte man der Idee wenig Zutrauen. Zumal einige Vorgänger mit ihren vollmundig präsentierten Plänen, unter anderem dem Mercator-Park, schon im Vorfeld scheiterten. Doch Schulte-Middelich hielt, was er versprach. Auf dem 40.000 Quadratmeter großen Areal siedelten sich mittlerweile über 50 High-Tech-Unternehmen an. Nun soll das Hotel der Marke „Courtyard by Marriott“ folgen. Zu den 150 Zimmern, davon 20 Appartements, die für einen längeren Aufenthalt angemietete werden können, gehören ein Konferenzbereich, eine Restaurant sowie eine Bar. Leicht war es nicht, einen potentiellen Investor zu finden. Dabei wurde seit Jahren seitens des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der RUAG und rund 40 weiteren ortsansässigen Unternehmen dringender Bedarf angemeldet. Betreiber von Hotelketten jedoch orientierten sich lieber Richtung München, als sich im ländlichen Raum anzusiedeln, bedauerte Schulte-Middelich. Anfangs habe auch Marriott wenig Interesse gezeigt. Als dann jedoch bei einem Gespräch zwischen dem bayerischen Projekt-Entwickler und Entscheidungsträgern bei Marriott bekannt wurde, dass einst das Komiker-Duo Walter Matthau und James Stewart im Krieg Piloten amerikanischer Kampfflugzeuge waren und in dieser Eigenschaft auch schon mal Oberpfaffenhofen überflogen hatten, habe der Marriott-Präsident gesagt: „Wenn wir Oberpfaffenhofen schon mal bombardiert haben, dann können wir dort auch ein Hotel hinstellen.“